Gesichter der Schlossfestspiele | Katrin Kähler

 

Katrin Kähler Marketing-Referentin seit Mai 2010

Katrin Kähler
Marketing-Referentin seit Mai 2010

Wofür bist Du als Marketing-Referentin zuständig?
Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig, was die Arbeit immer spannend und interessant macht. In erster Linie kümmere mich gemeinsam mit meinen Kollegen um die Konzipierung unserer Marketingmaßnahmen – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Welche Maßnahme soll wen ansprechen? Wann ist der richtige Zeitpunkt für diese Maßnahme? Nach der Ideenfindung, die vor allem Kreativität erfordert, ist dann Organisationstalent gefragt. Vor allem kümmere ich mich um die Redaktion und den Vertrieb sämtlicher Marketingpublikationen. Außerdem arbeite ich an dem Ausbau der unterschiedlichsten Kooperationen mit den verschiedensten Partnern wie beispielsweise Schulen, Reiseunternehmen, Volkshochschulen etc. Ein weiteres großes Thema, mit dem wir in dieser Saison beschäftigt waren, war die Kooperation mit den Einzelhändlern in der Stadt, insbesondere in der Eberhardstraße.

Hast Du auch Aufgaben, die auf den ersten Blick nichts mit Marketing zu tun haben?
Ja. Eine weitere Hauptaufgabe von mir besteht in der Betreuung unserer Bildungspartnerschaften und die Koordination aller Projekte in diesem Rahmen. Gemeinsam mit unseren Partnerschulen – dem Goethe-Gymnasium Ludwigsburg, dem Helene-Lange-Gymnasium Markgröningen und dem Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgart – haben wir bereits einige tolle Projekte realisiert. Das bisher größte war der »Schools Day«, der am 3. Juni 2014 erstmals stattfand. Hier sind verschiedene Ensembles unserer Partnerschulen vor großem Publikum im Forum am Schlosspark aufgetreten. Hierzu gab es eine wirklich spannende Vorbereitung und einen ebenso spannenden Konzertabend!

Wie unterscheidet sich das Festspielleben von der Arbeit an einem Theaterhaus?
An einem Theaterhaus ist das ganze Jahr über Programm – hier findet alle paar Wochen eine Premiere, ein Gastspiel oder Ähnliches statt. Bei den Festspielen ist die Spielzeit viel geballter – man arbeitet ein dreiviertel Jahr auf die Saison hin, die dann immer rasend schnell vorbei geht. Hier ist das Schöne, dass man in dieser Zeit fast jeden Tag Premiere hat. Natürlich spielt die Kompaktheit der Saison auch eine wichtige Rolle bei der Konzeption unserer Marketingmaßnahmen.

Welche Eigenschaft ist für Deine Arbeit besonders wichtig?
Klingt wie ein Plattitüde, ist aber einfach so: Die Leidenschaft für das Produkt, das man verkauft.

Gab es eine Veranstaltung bei den Schlossfestspielen, die Dich ganz besonders beeindruckt hat?
Mein absolutes Highlight waren die beiden Konzerte mit Sam Amidon und Bill Frisell im Ordenssaal in der Saison 2011. Ihre Adaption der traditionellen Folksongs hat mich wahnsinnig begeistert und lassen mich bis heute nicht mehr los.
Ganz aktuell bin ich immer noch vollkommen berauscht von MIAGI. Deren Energie, Musikalität und Lebensfreude ist einfach phantastisch!

Wenn Du Dir ein Konzert bei den Schlossfestspielen wünschen dürftest, wie sähe das aus?
Das ist eine schwere Frage – ich weiß gar nicht, ob ich mich auf nur ein einziges Konzert festlegen kann. Aber wenn ich muss, wäre es eine »Song Conversation« mit Gisbert zu Knyphausen, Conor Oberst und Konstantin Gropper.

Gesichter der Schlossfestspiele | Raoul-Philip Schmidt

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Raoul-Philip Schmidt
Marketing-Referent seit Dezember 2009

Wie bist Du zu den Schlossfestspielen gekommen?
Schon während meines Kulturmanagement-Studiums wollte ich gerne in die Festival-Richtung gehen. Nach beruflichen Stationen in verschiedenen Marketing- und Konzertagenturen habe ich dann die Stelleausschreibung der Schlossfestspiele entdeckt, fand sie extrem spannend und habe hier nun einen echten Traumjob gefunden.

Was sind Deine Aufgaben als Referent für Marketing und Sponsoring?
Meine Aufgaben sind äußerst vielseitig, was meinen Job so interessant macht. Die Hauptaufgabe ist die Betreuung der Förderer der Schlossfestspiele. So führe ich gemeinsam mit Thomas Wördehoff die Gespräche mit Sponsoren und Stiftungen, kümmere mich um die Auswahl der geförderten Projekte, die Vertragsgestaltung, Kartenkontingente und auch die Sponsorenempfänge im Umfeld unserer Konzerte. Daneben obliegt mir auch die Betreuung unseres Kuratoriums sowie des Freundeskreises, für die ich nicht nur Veranstaltungen wie exklusive Salons, Sitzungen, Programmvorstellungen oder Probenbesuche, sondern auch gemeinsame Ausflüge und Kulturreisen organisiere. Letztere sind immer ein echtes Highlight. Nicht nur wegen der tollen Reiseziele (bisher waren es für mich Oslo, Madrid, Wien und Lyon), sondern auch wegen dem engen Kontakt zu unseren Freundeskreis-Mitgliedern. Viele sind jedes Mal dabei und man lernt sich von Jahr zu Jahr besser kennen, so dass es inzwischen wirklich wie ein »Verreisen mit Freunden« ist. Es ist toll, durch den Freundeskreis auch so nah an unserem Publikum zu sein.
Zudem kümmere ich mich gemeinsam mit Yvonne Hüttig und Katrin Kähler um das Marketing und den öffentlichen Auftritt der Schlossfestspiele. Gemeinsam entwickeln wir all unsere Marketing-Kampagnen oder auch so wunderbare Projekte wie die Festspiel-Stadt-Aktion in der Eberhardstraße.

Was macht das Spezielle an der Marketing-Arbeit für ein Kulturfestival wie die Schlossfestspiele aus?
Die größte Herausforderung – und gleichzeitig die größte Freude – ist unser Programm. Das gleicht in keinem Jahr dem anderen, präsentiert immer andere inhaltliche Schwerpunkte, andere Künstler und vor allem einen großen Anteil an Eigen- und Koproduktionen, die speziell für die Schlossfestspiele entstehen und die Künstler häufig in völlig neuen Zusammenhängen präsentieren. Das stellt uns in jedem Jahr vor die spannende Aufgabe, unsere Strategien und Maßnahmen zu hinterfragen und neue Ideen zur Vermarktung zu entwickeln.

Gab es eine Veranstaltung bei den Schlossfestspielen, die Dich besonders überrascht oder begeistert hat?
Die letzte richtig große Überraschung war der Liederabend mit Bryn Terfel in diesem Jahr. Es war zwar klar, dass Bryn Terfel ein großartiger Sänger – aber die lockere, humorvolle Art, mit der er seinen Liederabend bestritten hat, hatte ich nicht erwartet. Und es hat mich echt total mitgerissen! Ein Liederabend ist ja ein Format, das leider häufig eine sehr steife Angelegenheit ist – und Bryn Terfel hat es zu einem echt kurzweiligen und unterhaltsamen Abend gemacht.
Begeistern tut mich jedes Jahr aufs Neue unsere »Song Conversation« – diese Reihe ist mein absolutes Lieblingsformat bei den Schlossfestspielen. Dieses Jahr mit Rebekka Bakken, Till Brönner und Dieter Ilg war wieder phantastisch! Aber ich muss sagen, dass die allererste »Song Conversation« 2010 mit Brad Mehldau und Bill Frisell immer noch mein absoluter Höhepunkt in meinen inzwischen fünf Spielzeiten war. Zum einen haben da zwei meiner absoluten Lieblings-Jazzmusiker gespielt, vor allem aber haben die Songs, die sie interpretiert haben, mich echt bewegt. »Teardrop« von Massive Attack, »Smells Like Teen Spirit« von Nirvana oder »Dear Mr. Fantasy« von Traffic – das war einfach einmalig! Hier sind meine Erinnerungen an dieses denkwürdige Konzert übrigens nachzulesen.

Welche Eigenschaft ist für Deine Arbeit besonders wichtig?
Kreativität und Begeisterungsfähigkeit finde ich für meine Arbeit sehr wichtig. Und für den Sponsoring-Bereich schaden Verhandlungsgeschick und ein kühler Kopf auch nicht.

Was sollte Deiner Meinung nach jeder über die Schlossfestspiele wissen?
Dass wir trotz unseres stolzen Alters von über 80 ein junges und frisches Festival mit einem wahnsinnig vielseitigen Programm sind, bei dem man mit etwas Neugier wahnsinnig viel entdecken kann!

Welche Musikrichtung hörst Du am liebsten? Hast Du einen Lieblingskünstler?
Mein Musikgeschmack ist eigentlich ziemlich breit gefächert. Bei mir im heimischen Plattenschrank tummeln sich zwar vor allem Rockbands unterschiedlichster Couleur – von alten Haudegen wie Aerosmith, Deep Purple oder Led Zeppelin über Foo Fighters, Soundgarden und Guns n‘ Roses bis hin zu Prog- und Artrock-Bands wie Pink Floyd, Dream Theater, Spock‘s Beard oder Porcupine Tree. Ich höre aber auch viel Jazz und Blues und bin im Moment zum Beispiel auf einem totalen Joe Bonamassa-Trip. Das ist für mich der momentan großartigste Blues-Gitarrist.
Auch für tolle Klassik-Konzerte kann ich mich begeistern –am liebsten hab ich dabei Orchesterkonzerte mit großer Sinfonik des 19. und 20. Jahrhunderts von Beethoven, Mahler, oder Schostakowitsch. Daher freue ich mich sehr auf die künftigen Konzerte mit Pietari Inkinen!

Gesichter der Schlossfestspiele | Sabine Bestvater

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Sabine Bestvater
Leiterin der Verwaltung und Prokuristin

Seit wann sind Sie bei den Schlossfestspielen?
Seit dem 1. Januar 2005.

Wie sind Sie zu den Schlossfestspielen gekommen?
Durch eine damals absolut zufällig entdeckte, noch in schwarzen Farben gehaltene Stellenannonce in der Ludwigsburger Kreiszeitung.

Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag als Leiterin der Verwaltung und Prokuristin?
Fast jeder Tag gestaltet sich anders als geplant, da sich zu meinem ursprünglichen Stellenschwerpunkt mit den Bereichen Finanzbuchhaltung, Controlling und Personal ganz viele neue Themenfelder aufgetan haben.

Was sind die Herausforderungen in Ihrem Job?
Einerseits bei Vorgängen flexibel zu sein und andererseits die Gesetze und Strukturen einzuhalten.

Welche Eigenschaft ist für Ihre Arbeit besonders wichtig?
Stoische Gelassenheit, Flexibilität und Genauigkeit.

Gab es eine Veranstaltung bei den Schlossfestspielen, die Sie besonders beeindruckt hat?
Es ist wirklich schwierig, sich in all den Jahren auf eine Veranstaltung zu fokussieren. Es gab viele großartige Veranstaltungen, die mich berührt, fasziniert und verzaubert haben. Am intensivsten wohl die Produktion im Jahr 2006 »Tanz auf Blüten« von Pina Bausch mit ihrem Tanztheater Wuppertal. Aber beeindruckt haben mich immer wieder die organisierenden Personen im Umfeld einer Veranstaltung, auch die Besucher und natürlich der Veranstaltungsort selbst, unter anderem der Schlosshof, das BlüBa, das Breuningerland usw.

Gesichter der Schlossfestspiele | Katrin Kirsch

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Katrin Kirsch
Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros

Wofür ist das Künstlerische Betriebsbüro zuständig?
Das KBB kümmert sich um sämtliche Belange der Planung und Organisation rund um Proben und Konzerte. Das beinhaltet die Beschaffung von Notenmaterial, Instrumenten, Hotelzimmern, Reisebuchungen und die Koordination von Zeitplänen zwischen Spielstätten, Agenturen und Künstlern, Technik und Team und anderen Partnern. Außerdem gehört bei uns die Kommunikation mit den Orchestermusikern, Dirigenten und Solisten dazu – von Anfragen und Vertragsversand über Notenversand, Kartenwünsche und individuelle Absprachen. Ein wichtiger Teil während der Spielzeit ist außerdem die Betreuung von Proben und Veranstaltungen – vom ersten Eintreffen eines Künstlers am Veranstaltungs- oder Probenort bis zu dem Zeitpunkt, nachdem der letzte Beteiligte den Spielort verlassen hat und alles aufgeräumt wurde – und die Künstlertransfers vom Flughafen oder Bahnhof.

Was sind Deine Aufgaben als Leiterin des KBB?
Mein Job ist es vor allem, die Aufgaben und Informationen an alle zu verteilen, regelmäßig zu kontrollieren, ob an alles gedacht wurde und immer den Überblick zu behalten. Hört sich eigentlich einfach an. Und natürlich Krisenmanagement. Ich werde immer dann angerufen, wenn irgendwo ein Problem auftritt oder etwas Unvorhergesehenes passiert.

Wie unterscheiden sich Deine Tätigkeiten während und außerhalb der Festspielsaison?
Außerhalb der Saison findet sehr viel an Vorbereitungsarbeiten im Büro statt, während der Saison bewegen sich alle KBB-Mitarbeiter die meiste Zeit zwischen den Probenräumen, Spielstätten, Flughafen etc. und der Zeitdruck ist natürlich viel höher. Bei mir kommt noch dazu, dass ich mit dem Intendanten Thomas Wördehoff auch an der langfristigen Planung arbeite, das heißt außerhalb der Saison sind wir oft unterwegs und schauen uns Konzerte oder Tanz- und Theaterveranstaltungen an, treffen uns mit Künstlern, um zu schauen, was für uns in Frage kommt und was nicht.

Was sind die Herausforderungen in Deinem Job?
Ich glaube, die größte Herausforderung ist, bei knapp 70 Veranstaltungen und noch zahlreicheren Proben nicht den Überblick zu verlieren, dauernd Prioritäten zu setzen zwischen extrem dringend, ganz dringend und dringend und vor allem sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, auch wenn zehn verschiedene Probleme auf einmal auftreten. Bisher hat sich für jedes noch so große Drama eine Lösung gefunden und jedes Konzert hat stattgefunden!

Was war die interessanteste Begegnung, die Du bei den Schlossfestspielen hattest?
Wir haben jedes Jahr ganz tolle, sehr unterschiedliche, interessante Persönlichkeiten unter unseren Künstlern, daher bleibt es auch immer spannend. Meine persönlich faszinierendste Begegnung in diesem Jahr war mit Bryn Terfel, weil er nicht nur ein fantastischer Sänger ist, sondern eine tolle Fähigkeit hat, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Welche Eigenschaft ist für Deine Arbeit besonders wichtig?
Sehr wichtig sind eine extrem hohe Flexibilität und die Fähigkeit, mit spontan auftretenden Problemen oder Änderungen umzugehen, denn die gibt es ständig. Außerdem gehört sehr viel Einfühlsamkeit in das Wesen der Künstler dazu. Wir versuchen nicht, es allen Recht zu machen, aber allen Künstlern die optimalen Bedingungen zu bieten, damit sie sich wohlfühlen und ein toller Auftritt das Ergebnis ist.

Wann und wie bist Du zu den Schlossfestspielen gekommen?
Ich arbeite seit der Saison 2010 bei den Schlossfestspielen und hoffe, das noch ein paar Jahre lang machen zu können. Ich bin damals auf eine Empfehlung hin zu einem Gespräch eingeladen worden und dass es dann geklappt hat, war ein absoluter Glücksfall für mich.

MIAGI | Ein Schwede in Südafrika – Interview mit Anders Paulsson

Der Schwede Anders Paulsson ist einer der wenigen Klassiker unter den Sopransaxofonisten. Er gilt als Pionier in diesem Bereich und inspirierte zahlreiche Komponisten weltweit, Werke für dieses besondere Instrument zu schreiben. Seit 2013 ist er Composer-in-Residence bei MIAGI in Südafrika. Für die Europa-Tournee komponierte er als Auftragswerk anlässlich von 20 Jahren Demokratie in Südafrika die »Celebration Suite«, die er am 15. Juli 2014 zusammen mit dem MIAGI Youth Orchestra bei den Schlossfestspielen aufführen wird.

Fragen von Sarah-Lena Mielke

SONY DSCAnders Paulsson, welche Beziehung haben Sie zu Südafrika?
Als ich Südafrika im April 2013 zum ersten Mal besuchte, fühlte es sich an wie ein spirituelles Heimkehren. Die Seele und die Freude der Südafrikaner und ihrer Musik haben mein Herz berührt.

1993 sind Sie für Nelson Mandela im Rahmen der Friedensnobelpreis-Feierlichkeiten aufgetreten. Wie kam es dazu?
Am Tag nachdem Nelson Mandela der Friedensnobelpreis in Oslo verliehen wurde, fand in der Hauptstadt des Nachbarlandes ein Konzert zu seinen Ehren statt. Musiker versammelten sich im Stockholmer Konzerthaus am Hörtoget, um Nelson Mandela zu würdigen – darunter die Sänger Cyndee Peters und Eric Bibb, Pianistin Elise Einarsdotter, Cellist Svante Henryson und ich. Im Anschluss an das Konzert kam Nelson Mandela hinter die Bühne, begrüßte uns Musiker, schüttelte uns die Hand und sagte, unsere Musik sei sehr ermutigend.

Wie kam die Zusammenarbeit mit MIAGI zustande?
Am 9. Dezember 2012 besuchte Ingrid Hedlund, Creative Director und Mitbegründerin von MIAGI, eines meiner Konzerte. Danach fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte, mit jungen südafrikanischen Musikern zusammenzuarbeiten. Ich habe sofort Ja gesagt!

Für die Europa-Tournee mit MIAGI haben Sie als Auftragswerk anlässlich von 20 Jahren Demokratie in Südafrika die »Celebration Suite« geschrieben. Was hat Sie während des Komponierens dieser Suite inspiriert?
Während des Kompositionsprozesses habe ich jeden Tag damit begonnen, mir Filme über die Geschichte Südafrikas anzuschauen und Bücher darüber zu lesen, um herauszufinden wie die Musik in der Kultur des Landes verankert ist. Das Stück sollte den Musikern und dem Publikum etwas bedeuten, sie sollten sich darin wiederfinden.

Die »Celebration Suite« basiert teilweise auf südafrikanischen Freiheitsliedern. Welche Rolle spielt Musik Ihrer Meinung nach in einem Freiheitskampf?
Der Dokumentarfilm »Amandla!: A revolution in Four-Part Harmony« zeigt sehr anschaulich, dass Musik viel stärker sein kann als Waffen. Die Freiheitslieder tragen die Seele der Menschen in sich. Als Vuyisile Mini am 6. November 1964 im Gefängnis von Pretoria als eines der ersten Mitglieder des Afrikanischen Nationalkongresses im Zuge der südafrikanischen Apartheit hingerichtet wurde, sang er Freiheitslieder auf seinem Weg zum Galgen. Um einige Zeilen aus Peter Gabriels Lied über Stephen Biko zu zitieren:
»You can blow out a candle but you can´t blow out a fire. Once the flames begin to catch, the wind will blow it higher« – »Ihr könnt eine Kerze ausblasen, aber nicht ein Feuer. Sobald die Flammen um sich greifen, wird der Wind sie weiter anfachen.« Bringt man eine Stimme zum Schweigen, werden hunderte Stimmen die Freiheitslieder weitersingen.

Young Euro Classic 2014: MIAGI Youth Orchestra und New Skool Orchestra (Südafrika)

Anders Paulsson und das MIAGI Youth Orchestra beim Young Euro Classic Festival in Berlin